#Gedichtbegegnung 2


E v a   G r u b e r


"Ich bin 43 Jahre alt, lebe und zeichne in Wuppertal. Geschrieben habe ich eigentlich schon immer, habe aber erst relativ spät, d.h. im Jahr 2012, angefangen, zu veröffentlichen.
Wer Lust hat, sich über meine Werke zu informieren, ist herzlich eingeladen, meine Homepage zu besuchen: www.evagruber.de"


#Eva Gruber im Interview

über ihr Gedicht: Asyl


Was ist Dein größter Erfolg als Dichterin?

Gruber: "Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht so genau. Natürlich kann man Erfolg an Verkaufszahlen und Bekanntheitsgrad festmachen, das ist, zugegeben, mit Sicherheit auch nicht gerade unangenehm; aber ich glaube nach wie vor fest daran, dass es der größte Erfolg ist, mit dem, was man schreibt, zu berühren, Freude zu schenken, zum Nachdenken anzuregen und ggf. etwas zum Positiven zu verändern. Ich hoffe, dass ich dies bei manchem Leser erreicht habe. Dazu ist das Schreiben meiner Meinung nach da."

Was hat Dich bewogen an der Ausschreibung zu „TrümmerSeele“ teilzunehmen?

Gruber: "Ich finde es wichtig, den Mund aufzumachen. Finde es wichtig, nicht Teil einer breiten Masse zu sein, die es sich einfach macht, verallgemeinert, hohle Phrasen übernimmt und auf Menschen anzuwenden versucht, die Dinge erlebt und durchlitten haben, die wir uns hier nur zum Teil oder gar nicht vorstellen können. Ich finde es wichtig, das eigene Denken nicht zu vergessen, Mitleid zu haben, zu teilen und dabei Freude zu empfinden und sich auch bei dem ein oder anderen Rückschlag nicht davon abbringen zu lassen, sein Herz offen zu halten."

Ist Dein Gedicht extra für die Ausschreibung entstanden? Falls nein, erzähle uns gern, wann und in welchem Kontext Du es geschrieben hast.

Gruber: "Ja, extra für Euch :-)"

Vertonung des Gedichtes "Asyl"

Wie hast Du Dein Gedicht (inhaltlich) konkret erstellt? Welche Gedanken hattest Du dabei im Hinterkopf? Wie hast Du Dich in die Thematik eingefühlt? Was war der Initial-Funke, der Deine Worte hat fließen lassen?

Gruber: "Ich habe meinen Gedanken einfach freien Lauf gelassen, habe mir vorgestellt, wie es wohl vielen von uns ergehen mag und bin dabei auf genau diese Idee gekommen. Wir beobachten zu oft, stehen zumeist hinter der Gardine, trinken sicher unseren Kaffee und machen uns viel zu selten wirklich bewusst, was den anderen Menschen da draussen tatsächlich passiert. "

Hat Dein Gedicht mehrere Überarbeitungen zur finalen Version erfahren? Wie (auch emotional) hart war für Dich die Arbeit daran?

Gruber: "Ich habe mich während des Schreibens natürlich mit meinem Denken zum Thema, auch meiner eigenen Bequemlichkeit und meinen Verdrängungsmechanismen auseinander gesetzt. Manchmal war ich von mir enttäuscht, oft auch erfreut. Ich bin froh, mich nicht aufzugeben, mich weiterhin kritisch zu hinterfragen und zu Positivem anzustoßen. Der Beitrag wurde von mir mehrmals überarbeitet, war aber dennoch relativ schnell absendereif. "

Was bedeutet Dir Lyrik/Poesie und denkst Du, dass die verknappte Sprachform eines Gedichtes der Flüchtlingsthematik gerecht werden kann?

Gruber: "Über den Weg der Lyrik und Poesie kann ich mich oft besser ausdrücken, als ich es im normalen Leben täte. Ich mag es, Ideen und Gedanken in hübsche Worte zu fassen und dem Lesenden zum Geschenk zu machen.

Ich denke zudem, dass auch die verknappte Sprachform durchaus in der Lage ist, dem Leser einen eindringlichen und bewegenden Eindruck dessen zu vermitteln, was man zur 'Flüchtlingsthematik' zu sagen hat. Wenn ein Gedicht mit Herzblut und Engagement geschrieben wurde, erreicht es auch mit wenigen / knappen Worten das Herz des Lesers."


Danke an Eva Gruber für den Einblick in die Entstehung des Gedichtes "Asyl" aus dem Buch "TrümmerSeele". Mehr über die Dichterin erfahrt Ihr auf ihrer Homepage:

www.evagruber.de